Endlich der erste Saisonsieg: Rhein-Main Baskets gewinnen Hessenderby gegen Grünberg mit 63:58

Nach einem packenden Duell im Sportpark Oberlinden feiern die Baskets ihren ersten Saisonsieg. Das besondere hessische Derby bietet Spannung bis in die Schlusssekunden und endet mit großem Jubel aufseiten der Gastgeberinnen.

Es war ein besonderes Spiel, auf das viele Basketballfans lange warten mussten: Erstmals seit vielen Jahren trafen die Rhein-Main Baskets und der TSV Grünberg wieder in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga aufeinander. Beide Vereine sind in Hessen beheimatet, doch während die Baskets nach ihrer Regionalliga-Saison in die 2. Bundesliga zurückgekehrt sind, spielten die Grünbergerinnen über viele Jahre in der Nordstaffel. In dieser Saison sind sie erstmals wieder der Südgruppe zugeteilt.

Und das Derby hielt, was es versprach: ein intensives, umkämpftes Spiel mit vielen Wendungen und einer spannenden Schlussphase. Am Ende setzten sich die Rhein-Main Baskets mit 63:58 durch und durften endlich ihren ersten Saisonsieg feiern.

Die Gastgeberinnen starteten hellwach in die Partie. Zwar eröffnete Grünbergs große Center-Spielerin Charlotte Kohl, mit 1,93 Metern eine besondere Herausforderung für die Baskets, den Punktereigen. Doch Jule Seegräber antwortete umgehend mit einem Dreier. Elisa Hummel und Paula Süßmann bauten die Führung auf 6:2 aus. Monika Wotzlaw sorgte mit zwei Dreiern in kurzer Folge für weitere Begeisterung auf den Rängen. Die Baskets verteidigten aufmerksam, spielten schnell nach vorne und dominierten das erste Viertel. Mit 21:9 ging es in die erste Pause.

Im zweiten Viertel kamen früh die beiden WNBL-Spielerinnen Helena Grgat und Maya Czirwitzky aufs Feld. Maya setzte mit einem starken Zug zum Korb und einem Korbleger gleich ein Zeichen. Helena übernahm Verantwortung im Spielaufbau und behauptete sich mit ihren erst 17 Jahren gegen die erfahrene 36-jährige Tonisha Baker. Die US-Amerikanerin hatte lange als Profi in der ersten Liga für den BC Marburg gespielt und ist inzwischen in Deutschland beruflich und privat zuhause.

Zunächst bauten die Baskets ihren Vorsprung durch einen Dreier von Jule Seegräber auf 26:11 aus. Doch Grünberg fand zunehmend besser ins Spiel. Besonders Charlotte Kohl stellte die Gastgeberinnen immer wieder vor Probleme. Auch Frieda Schlebusch traf von außen. Für sie war es ein besonderes Spiel: Sie lief erstmals in ihrer Heimatstadt Langen für Grünberg auf und hatte beim TV Langen Basketballspielen gelernt.

Die Gäste kämpften sich Punkt für Punkt heran und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf 26:22. Die lautstark mitgereisten Grünberger Fans sorgten für echte Derby-Atmosphäre. Monika Wotzlaw hielt mit einem weiteren Dreier nach Zuspiel von Jule Seegräber dagegen. Dennoch kam Grünberg immer wieder durch Offensivrebounds zu zweiten Chancen. 30 Sekunden vor der Halbzeit war der Vorsprung auf einen einzigen Punkt geschmolzen. Helena Grgat verwandelte anschließend zwei wichtige Freiwürfe. Mit einer knappen 33:30-Führung gingen die Baskets in die Kabine. Charlotte Kohl hatte bis dahin bereits zwölf Punkte und fünf Rebounds gesammelt.

Nach der Pause wurde es zunächst hektisch. Ein Ballverlust und ein technisches Foul gegen Marleen Weber ermöglichten Grünberg den schnellen Anschluss. Doch die Baskets antworteten mit sehenswertem Zusammenspiel: Elisa Hummel bediente Helena Grgat, die per Korbleger traf. Kurz darauf verwandelte Helena nach erneutem Zuspiel von Hummel einen Dreier zum 38:32. Anschließend legte sie für Jule Seegräber auf, die ebenfalls von außen erfolgreich war. Beim Stand von 41:33 nahm Grünberg eine Auszeit.

Die Gäste ließen sich jedoch nicht abschütteln. Tonisha Baker übernahm zunehmend Verantwortung und führte ihr Team zurück ins Spiel. Elisa Hummel traf mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen wichtigen Wurf zum 44:41, die Stimmung in der Halle kochte. Jule Seegräber erhöhte per Freiwürfe auf 46:41. Doch Baker antwortete mit einem erfolgreichen Zug zum Korb und zwei verwandelten Freiwürfen. Ein Ballverlust der Baskets ermöglichte Grünberg schließlich einfache Punkte und die erste Führung der Partie. Mit 46:47 ging es ins Schlussviertel.

Dort entwickelte sich ein echter Basketballkrimi. Monika Wotzlaw brachte die Baskets zunächst wieder in Führung und legte direkt nach: Ihr Dreier fiel spektakulär mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr. Die Halle bebte! Jule Seegräber setzte mit einem weiteren Dreier zum 54:47 nach.

Doch Grünberg blieb hartnäckig. Tonisha Baker hielt die Gäste mit wichtigen Punkten im Spiel. Immer wieder ging es an die Freiwurflinie, und die Partie wurde zunehmend hektischer. Beide Mannschaften leisteten sich Ballverluste und Unsicherheiten. Als die Baskets bei 2:52 Minuten vor Schluss die Teamfoulgrenze erreichten, bekam Grünberg bei jedem weiteren Foul Freiwürfe. Die Gäste nutzten diese Möglichkeit und kamen wieder gefährlich nahe heran.

In der entscheidenden Phase bewiesen die Baskets jedoch Kampfgeist und Nervenstärke. Kyra Graf erhöhte nach einem Assist von Monika Wotzlaw auf 59:56. Paula Süßmann erkämpfte sich anschließend mit einem wichtigen Steal den Ball. 25 Sekunden vor dem Ende verkürzte Emma Kramer noch einmal auf 59:58. Doch Jule Seegräber behielt an der Freiwurflinie die Nerven und verwandelte zwölf Sekunden vor Schluss beide Würfe zum 61:58. Nachdem Tonisha Baker ihren Wurf verfehlte, sicherte Monika Wotzlaw den Rebound. Sie wurde gefoult und machte mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 63:58 den ersten Saisonsieg endgültig perfekt.

So groß die Erleichterung über den Erfolg war, so sehr zeigte das Derby auch, wie eng und umkämpft die Liga ist. Die Baskets überzeugten mit einem starken Start, mussten sich zwischenzeitlich aber gegen die Aufholjagd der Gäste behaupten. Am Ende waren Einsatz, wichtige Treffer in entscheidenden Momenten und die Unterstützung des heimischen Publikums ausschlaggebend.

Eine besondere Note erhielt das Hessenderby auch durch ein kleines Familienduell: Jule Seegräber lief für die Rhein-Main Baskets auf, ihre Cousine Lotte Seegräber für den TSV Grünberg. Beide trugen dabei die Trikotnummer 2.

Nach einem schwierigen Saisonstart ist der erste Sieg nun geschafft. Der 63:58-Erfolg im Hessenderby soll den Baskets Rückenwind für die kommenden Aufgaben geben.

Foto: Evgeniy Markov

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