Dämpfer zum Saisonauftakt: Rhein-Main-Baskets unterliegen nach schwacher zweiter Halbzeit in Leverkusen

Leverkusen – Der Auftakt in die neue WNBL-Saison 2026/2027 hatten sich die Rhein-Main-Baskets (RMB) ganz anders vorgestellt. Nach 40 intensiven Minuten standen am Sonntagnachmittag lange Gesichter beim Saisonstart in Leverkusen auf der Seite der Gäste. Trotz einer vielversprechenden ersten Halbzeit musste sich das Team von Coach Engler und die mitgereisten Fans am Ende deutlich mit 62:82 (32:30) den WINGS Leverkusen geschlagen geben.

Dabei erwischten die Rhein-Main-Baskets zunächst einen soliden Start in die Partie. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (13:13) konnten sich die Gäste im zweiten Spielabschnitt dank hoher Intensität in der Defensive eine knappe 32:30-Pausenführung erarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt sah vieles nach einem Duell auf Augenhöhe aus, in dem die Baskets vor allem unter den Körben die Oberhand behielten.

Ein Blick auf die positiven Aspekte des Spiels zeigt, wo die Stärken der RMB lagen: Bei den Rebounds agierte das Team extrem entschlossen und sicherte sich starke 51 Rebounds (davon 22 offensive Rebounds) gegenüber 42 der WINGS. Vor allem Moescha Feunou Bakam zeigte eine herausragende Leistung. Mit 19 Punkten, 14 Rebounds, 5 Steals und einem Effizienzwert von 34 war sie die überragende Akteurin auf dem Feld. Auch Helena Grgat zeigte sich von der Freiwurflinie treffsicher (100% FW, 14 Punkte), während Maya Czirwitzky (9 Rebounds, 4 Steals) defensiv viel Energie investierte.

Der Knackpunkt der Partie folgte jedoch nach dem Seitenwechsel. Die Fans sahen eine sehr schwache 2. Halbzeit der Baskets. Leverkusen kam mit spürbar mehr Energie aus der Kabine, entschied das dritte Viertel mit 24:17 für sich und überrollte die Rhein-Main-Baskets im Schlussviertel vollends (28:13).

Analysiert man die Ursachen für diesen Einbruch, treten die Kritikpunkte klar zu Tage:

1. Mangelndes Teamplay: Das eklatanteste Defizit lag im Passspiel. Während Leverkusen als Kollektiv 11 Assists herausspielte, verbuchten die Rhein-Main-Baskets über das gesamte Spiel hinweg lediglich 4 Assists. Zu oft verstrickte man sich in Einzelaktionen, anstatt den freien Mitspieler zu suchen.

2. Zu viele Turnover: 23 Ballverluste schenkten den Gastgeberinnen immer wieder einfache Punkte und brachten den eigenen Rhythmus komplett zum Erliegen.

3. Abschlussschwäche bei vermeintlich leichten Korblegern: Zwar erarbeiteten sich die Baskets durch die Rebound-Dominanz viele zweite Chancen, ließen diese aber ungenutzt. Eine Zweier-Quote von schwachen 33 % (20/60) spricht eine deutliche Sprache. Wer aus der Nahdistanz so viele Chancen liegen lässt, kann auswärts nicht bestehen.

4. Fehlende Distanzgefahr: Während die WINGS hochprozentig aus der Distanz trafen (10 von 20 Dreiern verwandelt, 50 %), fanden die Distanzwürfe der Baskets selten ihr Ziel (3 von 16, 19 %).

In den verbleibenden Trainingseinheiten wartet nun intensive Arbeit auf die Mannschaft. Wenn das Team es schafft, die unbestreitbare Rebound-Stärke und die individuelle Klasse mit besserer Ballbewegung und mannschaftlicher Geschlossenheit zu verknüpfen, wird der erste Saisonsieg nicht lange auf sich warten lassen.

Für die RMB spielten:

Moescha Feunou Bakam (19 Pkt / 14 Reb), Helena Grgat (14 Pkt), Lina Peter (9 Pkt / 6 Reb), Maya Czirwitzky (7 Pkt / 9 Reb), Ella Sterling (5 Pkt), Sina Filali Baba (4 Pkt), Mila Dinnes (2 Pkt / 8 Reb), Maya Bauer (2 Pkt), Lotta Findeisen, Lea Griesing, Antonia Illi.

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