Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung den Artikel von Jörn Polzin aus der Langener Zeitung vom 12. August 2021.

Sechs, sieben Stunden in der Halle stehen und mit Spielerinnen akribisch an den Feinheiten des Basketballs arbeiten: Für Saymon Engler kein Problem. Alltag. Darin geht der neue Coach der Rhein-Main Baskets auf. Im Training mit den Zweitliga-Frauen, den Talenten des Teilzeit-Internats oder jüngst beim Camp des Hessischen Basketball Verbands. „Selbstauferlegter Stress“, nennt das der 28-Jährige schmunzelnd.

Aktuell legt er den Fokus auf die Vorbereitung für die Zweitliga-Spielzeit. „Bis zum Saisonauftakt sind es noch sieben Wochen. Die Zeit wollen wir nutzen“, sagt Engler. Das erste Ligaspiel ist für das Wochenende 24./25. September terminiert. Schon jetzt ist klar: Die Baskets werden auswärts antreten müssen, ehe sie am ersten Oktoberwochenende ihre Heimpremiere feiern. Vorangestellt ist noch der Pokalwettbewerb. Nach einem Freilos in der ersten Runde empfangen die Baskets den Ligarivalen aus Würzburg, der als bestes Süd-Team in der vergangenen Saison nur knapp den sportlichen Aufstieg verpasst hatte. „Das ist natürlich keine leichte Aufgabe, aber immerhin ein Heimspiel“, meint Engler.

Zweimal pro Woche lässt er derzeit in der Halle trainieren, hinzu kommen zwei Laufeinheiten. Für die Urlauberinnen gibt es Workout-Pläne. Alles wird virtuell festgehalten. Engler nutzt dafür eine App, die aufzeichnet, wieviele Kilometer die Spielerinnen – egal ob in Langen, Hofheim oder irgendwo am Strand – zurücklegen. Mit der Laufleistung erhöht sich auch das Punktekonto. „Ich gebe eine Gesamtpunktzahl vor, die die Mannschaft in einer Woche erreichen muss. Das gemeinsame Ziel stärkt natürlich den Zusammenhalt“, betont Engler. Das Feedback ist positiv: „Die Mädels wollen sogar schon die weiteren Funktionen der App nutzen. Auch Krafttraining und Yoga sind zum Beispiel möglich.“

Die „super Stimmung“ wundert den Trainer nicht. „Das ist eine eingespielte Truppe, die meisten Mädels kennen sich schon lange.“ Um den nahtlosen Übergang von der U18 ins Frauenteam herzustellen, soll es künftig eine gemeinsame Trainingseinheit geben. „Das gibt uns die Möglichkeit, einzelne Elemente in Spielformen zu verbessern“, betont der Coach, der drei Testspiele geplant hat – auch ein Duell mit dem Ligarivalen Homburger TG.

Nicht mehr mit von der Partie wird dann vermutlich ein Trio sein: Für die in Mannheim studierende Lena Herrmann wird der Aufwand mit der Pendelei zu groß. Edanur Caglar schließt sich einem anderen Zweitligisten an. Auch hinter dem Verbleib von Jasmin Weyell steht ein dickes Fragezeichen. Die Abgänge der verlässlichen Stützen bestärken die Baskets in den Überlegungen, auf den großen Positionen nachzulegen – womöglich im Ausland– , zumal Centerin Saskia Stegbauer ein Studium in den USA aufnehmen wird. Vieles hängt dabei auch von Svenja Greunke ab. Die Ex-Nationalspielerin will die Saison in Langen starten, sich aber ein Hintertürchen offenlassen. „Sie wird sicher schauen, wie es ihrem Körper geht und wie sich der Arbeitsumfang mit dem Basketball vereinbaren lässt“, räumt Engler ein.

Sicher ist auch, dass in der neuen Saison die Talente eine größere Rolle einnehmen sollen. Wie Mailien Rolf, die als frischgebackene U16-Nationalspielerin in die Saison starten wird. Rolf nimmt mit dem DBB-Team in dieser Woche beim „FIBA Challenger – einer modifizierten Jugend-Europameisterschaft – im finnischen Helsinki teil. Die beiden besten Nationen qualifizieren sich für die U17-Weltmeisterschaft 2022 in Debrecen/Ungarn. Einen größeren Motivationsschub könnte es kaum geben.