Artikel aus dem Höchster Kreisblatt

Die Mannschaft von Trainer Peter Kortmann tut sich in ihrem ersten Pflichtspiel trotz des Sieges richtig schwer.

„Besorgniserregend“ lautete der Begriff, der die Leistung beim ersten Pflichtspiel der Rhein-Main Baskets in der Saison 2017/18 für Damen-Trainer Peter Kortmann am besten beschrieb.

„Es ist kompliziert“, fügte der Zweitliga-Basketballcoach nach dem 46:43 (26:22)-Erfolg gegen den TSV Speyer-Schifferstadt an. Zwar hatte seine Mannschaft die Erstrunden-Partie des DBBL-Pokals durch einen Dreier von Nadine Ripper in den Schlusssekunden erfolgreich überstanden.

Die Art und Weise, wie sein Team die Partie gegen den Ligakonkurrenten angegangen war, trieb Kortmann die Sorgenfalten ins Gesicht. „Ich konnte vor dem Spiel und der langen Sommervorbereitung nicht sagen, wo wir stehen. Nach dem Spiel kann ich es immer noch nicht“, meinte er. In der Georg-Sehring-Halle ließen die Baskets vieles, wenn nicht alles vermissen, was sie in der Rückrunde der Vorsaison zur positiven Überraschung der 2. Bundesliga Süd gemacht hatte.

„Defensiv standen wir noch einigermaßen gut“, erklärte Kortmann, „im Angriff haben wir aber nicht gut genug zusammengespielt, waren nicht geduldig und schießen dann auch noch so gut wie jeden Ball vorbei“. Bei einer normalen Trefferquote hätten die Gastgeberinnen Speyer-Schifferstadt wohl mit 30 Punkten wieder nach Hause geschickt. „Die Quote war unterirdisch. So bekommst du keine Sicherheit in irgendwelche Offensiv-Aktionen“, kritisierte Kortmann. Weil er mit seiner Mannschaft zuletzt in der Vorbereitung viele Würfe aus verschiedensten Positionen und auch das geduldige Warten auf die richtige Position im Angriffsspiel trainiert hatte, war Kortmann ratlos: „Wenn deine Spielerinnen die Vorgaben nicht umsetzen, lässt dir das als Trainer wenig Handlungsspielraum.“

Zwar starteten die Baskets in den ersten zehn Minuten mit gutem und schnellen Spielaufbau, unter dem gegnerischen Korb fanden aber weder die neue Amerikanerin Tori Fisher noch die Dietrich-Schwestern Nelli und Pia, oder andere Führungsspielerinnen einen Rhythmus. „Einzelne Leistungsträgerinnen haben dann probiert, das Heft alleine in die Hand zu nehmen. Das hat uns aber auch nicht zu einem besseren Teamspiel verholfen“, erklärte Kortmann.

Über ein 4:6 im ersten Viertel kam die Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim zu einem 22:16 in den zweiten zehn Minuten. Die Vier-Punkte-Führung zur Pause (26:22) war nach dem Seitenwechsel aber immer in Gefahr, weil Speyer die einfachen Punkte machte und die Baskets kompliziert spielten. „Wir kamen punktemäßig nicht weg vom Gegner und konnten froh sein, dass es nicht noch eine Verlängerung gab“, meinte Kortmann nach dem 9:9 im dritten Viertel und dem abschließenden 11:13. Der finale Dreier von Ripper rettete die Baskets und bescherte Kortmanns Schützlingen neben dem Einzug in die zweite Runde gegen den nächsten Ligakonkurrenten Weiterstadt (17.10.) auch drei trainingsfreie Tage. „Vielleicht können die Mädels da die Köpfe freibekommen, regenerieren und in den letzten Tagen vor dem Ligastart (30. September gegen Krofdorf; Anm. d. Red.) mit mir am Feinschliff arbeiten“, resümierte Kortmann.

Rhein-Main Baskets: Pia Dietrich (10 Punkte), Nadine Ripper (10), Alica Köhler (7), Tori Fisher (6), Nelli Dietrich (5), Anja Stupar (2), Monika Wotzlaw (2), Jule Seegräber (2), Priscilla Waterloh (2), Verena Wilmes, Jasmin Weyell, Sari Cornelius.